Nur einen Tag vor dem offiziellen Tag der Offenen Tür des türkischen Kulturvereins in Beilngries öffneten sich exklusiv für die Schülerinnen und Schüler der 7D die Türen der Moschee in der Max-Prinstner-Straße und wir durften Zeugen der großen Gastfreundschaft der Gemeinde werden. (Ein Beitrag von Frau Schlampp.)
Fachkundig brachte uns Frau Dilek Özcan, die selbst schon Schülerin der ARB war und nun auch Kinder bei uns hat, die typischen Merkmale einer Moschee nahe: Die Gebetsnische Mihrab, die immer in Richtung Mekka im Osten ausgerichtet ist, die Predigtkanzel Minbar sowie den kostbaren Gebetsteppich, auf dem die Gläubigen sich bis zu fünf Mal am Tag zum Gebet niederknien. Wir bestaunten den imposanten Kristallleuchter in der Mitte der Kuppel, die – statt wie bei uns mit Bildern – mit arabischen Schriftzeichen und Suren (Kapiteln) aus dem Koran verziert ist, da im Islam ein strenges Bilderverbot herrscht.

Im Anschluss an die Führung durften wir noch Fragen stellen, die Frau Özcan als gläubige Muslima authentisch und offen beantwortete. So interessierte uns z. B., wie eine muslimische Hochzeit abläuft (das Fest mit bis zu 500 Gästen!), wie es ist, im Fastenmonat Ramadan wochenlang von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang keine Nahrung und keine Flüssigkeit zu sich zu nehmen und warum Frauen und Männer in der Moschee getrennt voneinander beten. Immer wieder stießen wir dabei bei allen Unterschieden, die uns trennen, auch auf viele Gemeinsamkeiten zwischen unseren Religionen, z. B. der Glaube an den einen Gott Abrahams, der die Welt erschaffen hat, der Glaube an die Auferstehung der Toten und das Gericht Gottes, aber auch die Weisung Gottes, ein guter und gerechter Mensch zu sein und sich um Benachteiligte zu sorgen.
Der Besuch in der Moschee hat uns wieder gezeigt, dass wir immer die Begegnung und das Gespräch suchen sollten, um Vorurteile abzubauen und gemeinsam an einer besseren Welt zu arbeiten. Teşekkür ederim – vielen lieben Dank, liebe Frau Özcan, für Ihre offene Tür!